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Schuljahr 2015 / 2016
Von Picasso bis Horrorwittchen mit den sieben Zwergen

Ein ganzer Tag im Zeichen der Kunst und Kreativität an der Grundschule Wombach

Keinen Unterricht in Mathematik, Deutsch, Religion oder Sachunterricht gab es am letzten Freitag an der Grundschule
Wombach. Es fand ein Projekttag besonderer Art statt. Im ganzen Schulhaus war ein eifriges, künstlerisches Treiben zu
spüren, denn in allen Klassen waren kleine Künstler am Werk.
Jede Klassenlehrkraft hatte ein Projekt vorbereitet, das an diesem Tag mit den Schülern erarbeitet wurde. Die Palette war
überaus bunt. Informationen über einen Künstler standen dabei genauso im Mittelpunkt wie der gestalterische Prozess oder
handwerkliches Tun. Es wurde mit Pinsel, Farben, Draht, Gipsbinden und Kleister gearbeitet.
Die erste Klasse beschäftigte sich mit dem Künstler Pablo Picasso. Die Kinder erfuhren von ihrer Lehrerin Isolde Henning,
dass Picasso leidenschaftlich gern in den Zirkus ging. Auf seinen Bildern sind deshalb häufig Zirkusleute, besonders Clowns
und Akrobaten zu sehen. Thema war das Kunstwerk „Pulcinella mit Gitarre“. Ein Clown mit Anzug und spitzem Hut betritt mit
einer Gitarre die Bühne. Doch hat Picasso Pulcinella nicht lebensecht gezeichnet, sondern aus geometrischen Formen
zusammengesetzt. Die Erstklässler zeichneten zunächst die Bühne mit Vorhang mit Wasserfarben auf ihr Zeichenblatt. Dann
gestalteten sie mit bunten geometrischen Formen im Stil des Kubismus aus verschiedenen Papieren eine Harlekin-Collage.
Die Schüler waren ausdauernd bei der Arbeit und präsentierten am Ende ihre kreativen Kunstwerke.
Die Klasse 2b analysierte mit ihrer Lehrerin Helga Meusert eines der bekanntesten Werke des Künstlers Gustav Klimt, den
„Lebensbaum“. Die Schüler erfuhren, dass Klimt viele seiner Bilder mit Wellenlinien, Spiralen und anderen Ornamenten
reich bemusterte. Mit dieser Art zu malen gehörte er zu den ersten Künstlern des Jugendstils. Die Farbe Gold war Klimts
Lieblingsfarbe und kommt in vielen seiner Werke vor. Von Klimts Lebensbaum inspiriert, setzten die Jungen und Mädchen
ihre eigenen Ideen sehr differenziert mit Wasserfarben, Filzstiften und Goldpapier um. Es entstanden beeindruckende
Kunstwerke, auf die die Zweitklässler sehr stolz sind. Helga Meusert stellte die Wichtigkeit eines solchen Projekttages
heraus: „Durch die Begegnung mit den Kunstwerken werden die Wahrnehmung geschult, ästhetisches Bewusstsein
angebahnt und die Kinder zu eigenem produktiven Gestalten motiviert.“
In der Klasse 2a mit ihrer Lehrerin Christine Schleßmann standen die Kunstwerke der Erlanger Künstlerin Margit Schmitt-
Leibinger (Mára) im Mittelpunkt. In ihren „Zauberbildern“ bevorzugte sie meist kräftiges Blau sowie fantasievolle Motive
wie Palmen, Blüten, Sterne und Monde, was ihren Kunstwerken einen orientalischen Charakter verlieh. Die Kinder färbten
zunächst ihr Blatt mit Wasserfarben in Blau ein. Im zweiten Schritt entwarfen sie Palmen, Monde, Sterne, Paläste und Vögel
mit Wachsmalstiften, schnitten sie aus und arrangierten sie auf dem blauen Bildhintergrund als Collage. Die Freude, welche
die Künstlerin mit ihren Werken zum Ausdruck brachte, empfanden auch die Schüler bei der Gestaltung ihrer Bilder.
Die dritte Klasse und ihre Klassenlehrerin Amelie Hofmann beschäftigten sich mit dem „Abenteuerschiff“ von Paul Klee.
Eingangs fanden die Kinder heraus, dass die Farben Gelb, Orange und Rot die größte Leuchtkraft besitzen. Danach trugen
sie in diesen Farben verschiedene Muster mit Ölkreiden auf ihr Blatt auf. Am unteren Rand wurde ein Streifen in Blau
gemalt. Umso überraschter waren sie, als ihre Lehrerin das Blatt mit schwarzer Acrylfarbe bestreichen ließ und nun nichts
mehr von den bunten Mustern zu sehen war. Während die schwarzen Bilder trockneten, betrachtete die Klasse Klees
„Abenteuerschiff“. Sie erfuhren, dass Paul Klee eine spezielle Kratztechnik (Scraffito) einsetzte und erkannten auf dem
Kunstwerk Leitern, Masten, Segeln, Fische und vieles mehr. Nun kratzten die Schüler mit Schaschlikspießen, Scheren oder
Sicherheitsnadeln verschiedene Linien und Flächen auf das schwarze Bild. So gestaltete jeder sein persönliches
Piratenschiff.
Die Klasse 4a widmete sich mit ihrer Lehrerin Katja Rittel James Rizzi, einem bekannten Pop-Art-Künstler aus New York, der
für viele farbenfrohe Bilder steht. Rizzis Arbeiten haben häufig seine Heimatstadt New York, Wolkenkratzer, Autoschlangen
oder den Broadway zum Inhalt. Die Bilder sind kindlich-naiv, einfach und strahlen Fröhlichkeit und Lebensfreude aus. Die
Schüler gestalteten Muster und Formen, die wie Gesichter aussahen, sowie verschiedene Häuser. Große Flächen wurden mit
Wasserfarben, kleine Formen mit Filzstiften ausgemalt. Die Umrisse hoben die Schüler mit schwarzem Stift hervor. Nach
dem Ausschneiden wurden alle einzelnen Elemente zu einer Gemeinschaftsarbeit zusammengetragen und auf Tapete
aufgeklebt. Es entstand eine farbenprächtige, fröhliche „Rizzi-Stadt“ mit Häusern, Autos, Menschen und Ufos.
Die Klasse 4b unter Leitung ihrer Lehrerin Alexandra Gehret nahmen sich „Horrowittchen und die sieben Zwerge“ vor.
Zunächst wurden einzelne Arbeitsschritte formuliert sowie gemeinsame Gestaltungsideen erarbeitet. In Arbeitsgruppen
fertigten die Jungen und Mädchen zunächst die Rohlinge aus Drahtgebinde. Sie zeigten im Umgang mit Zangen und Drähten
großes handwerkliches Geschick. Die entstandenen Drahtfiguren wurden danach mit Gipsbinden umwickelt und modelliert.
Zum Abschluss erhielten die Zwerge einen bunten Anstrich, das Horrowittchen erscheint in Weiß. Die Freude über die
gelungenen Skulpturen war bei den Schülern groß.
Schulleitern Elisabeth Zock resümierte: Wir wollen mit dem Kunst-Projekttag dazu beitragen, dass die Kinder während ihrer
Grundschulzeit eine Beziehung zur Kunst anbahnen, die es im späteren Leben zu erweitern und intensivieren gilt.